Grundlagen > Jugendmedienschutz > Umsonst, nicht kostenlos – Raubkopien stoppen, Jugendschutz stärken
Umsonst heißt nicht kostenlos Raubkopien stoppen, Jugendschutz stärken Wenn das Taschengeld knapp ist und die Wünsche groß sind, dann gerät so mancher Jugendliche in Versuchung, seine digitale Spielesammlung „kostenlos“ zu erweitern. Videoclips
Eine Frage der Persönlichkeit – Ausweichmanöver
Mehr als 70.000 Raubkopien von PC-Programmen und Computerspielen wurden 2006 beschlagnahmt. Doch es sind nicht Jugendliche, die im großen Stil mit illegal kopierter Ware handeln. Bei ihnen geht es meist um einzelne Kopien, die sie sich von Schulfreunden, auf Flohmärkten oder aus dem Internet besorgen.

Schon bei 12-Jährigen stehen die „schwarz“ gebrannten Scheiben hoch im Kurs. Nicht zuletzt deswegen, weil sie so an Spiele gelangen, die sie im legalen Handel nicht kaufen dürften. Computerspiele unterscheiden sich da nicht von Zigaretten: Verbote steigern ihre Attraktivität. Dass im Schlepptau der illegalen Kopien oftmals auch Schadsoftware auf den eigenen Rechner gelangt, ist den meisten Jugendlichen nicht bewusst.

Umso erstaunlicher ist es, dass Eltern offensichtlich nicht sehen, was ihre Kinder spielen – denn dann müssten sie sich fragen, wie die an solche Spiele gelangt sind. Dabei ist es nicht unmöglich, dem Nachwuchs ein wenig auf die Finger zu schauen.
Gefahr erkannt
Unter Jugendlichen kursierende, gefälschte Datenträger lassen sich zumeist recht leicht bereits an Äußerlichkeiten erkennen:
Die Originalverpackung mit Altersfreigabe fehlt,
beim Datenträger handelt es sich um eine selbst gebrannte CD oder DVD ohne EAN-Code,
auf dem Datenträger befindet sich nicht nur ein Spiel, sondern gleich eine ganze Sammlung.
Auch die Wege, auf denen Jugendliche an derartige Raubkopien gelangen, sollten bekannt sein:
Schulhof: In jeder Klasse gibt es heute Computerspieler; unter ihnen ist der Tausch von Spielen gang und gäbe. Das muss nicht immer problematisch sein, zumal, wenn sie sich die Software nur gegenseitig ausleihen.
Flohmärkte und Online-Auktionen: Egal, ob echter oder virtueller Trödelmarkt, wer ein wenig sucht, stößt früher oder später auch auf verbotene Ware.
Internet: „Peer-to-Peer “, „BitTorrent“ oder „File Sharing“, gemeint ist immer dasselbe. Mittels spezieller Datentausch-Programme können Nutzer direkt auf entfernte Rechner zugreifen und Dateien hoch- oder herunterladen. Wer nicht aufpasst, hat schnell ungebetene Gäste auf der Festplatte – oder ihm kommen persönliche Daten abhanden.
Hilfsangebote
Wer ganz sicher gehen möchte, kann auf der Webseite der GVU ein Programm namens „Digital File Check“ kostenlos herunterladen. Die Software durchsucht die Festplatte sowohl nach Datentausch-Programmen, als auch nach Multimedia-Dateien.

Einen interessanten Ansatz verfolgt das „Games for Windows“-Programm von Microsoft: Alle Spiele, die in das Programm aufgenommen werden, erhalten ein „Wasserzeichen“, das beim Kopieren nicht übertragen wird. Bei aktivierter Jugendschutzfunktion werden Spiele ohne das Wasserzeichen weder von der Xbox 360, noch von Windows Vista abgespielt.

Trotz aller technischen Sicherheitsvorkehrungen sollten Kinder aber auch über die Gefahren illegaler Softwarekopien aufgeklärt werden. Und nicht zuletzt sollten gemeinsam vernünftige Wege gesucht werden, wie mit medialen Anschaffungswünschen umgegangen werden kann.
Zusammenfassung
Jugendliche sind nicht die Großhändler des Software-Schwarzmarktes. Sie tauschen einzelne Titel für den persönlichen Bedarf. Raubkopien sind bei ihnen auch deshalb beliebt, weil sie auf diesem Weg Altersfreigaben umgehen können. Dabei gehen sie große Risiken ein, mitunter ohne sich dessen bewusst zu sein. Hier sind vor allem Eltern gefordert, ihre Kinder über die Gefahren aufzuklären, aber auch ihrer Aufsichtspflicht nachzukommen, zum Beispiel indem sie sich Grundwissen über die Erkennungsmerkmale und Verbreitungswege illegaler Software aneignen.
Weiterführende Informationen
GVU – Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V.
Bei der GVU kann nicht nur das Programm „Digital File Check“ kostenlos heruntergeladen werden, sondern es finden sich auch umfassende Informationen zum Thema Urheberrecht.
[ www.gvu.de | 06.02.2008 | 14:39 ]
Games for Windows
Alle Informationen zu Microsofts „Games for Windows“-Programm.
[ global.gamesforwindows.com/de-De/ | 06.02.2008 | 14:39 ]
Schutz vor Softwarepiraterie
Microsoft hat viele hilfreiche Informationen rund um das Thema „Software und geistiges Eigentum“ zusammengestellt.
[ www.microsoft.com/germany/piraterie/default.mspx | 06.02.2008 | 14:40 ]
Fälschungen
Sind die Datenträger echt? Informationen und Tipps rundum Original Software und den Schutz vor Fälschungen.
[ www.microsoft.com/resources/howtotell/default.aspx?diaplayla | 06.02.2008 | 14:40 ]
Social Bookmarks – was steckt dahinter?

Was sind Social Bookmarks?
Social Bookmarks sind Internet-Lesezeichen, die in einem Netz (Internet oder Intranet) von registrierten Benutzern gesetzt und mittels eines RSS-Feeds verfolgt werden können. So genannte Social Bookmark-Netzwerke - wie sie Facebook und andere Anbieter bereitstellen - sind für das Sammeln von Links, Nachrichtenmeldungen Podcasts oder Videos konzipiert. Die Lesezeichen lassen sich nach Kennwörtern (Tags), Tag-Kombinationen, Kategorien oder Benutzern auflisten.

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