Gewaltkonsum

Ursachen und Folgen

Ziel der Unterrichtsidee ist es, die Motive für den Konsum von Gewalt in digitalen Medien zu analysieren. In Form einer spielerischen Diskussion setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Begriff und Verständnis von Gewalt auseinander und dokumentieren ihre Arbeitsergebnisse.
Selbst wenn Gewalt kein neues Thema ist, so hat sich doch die Qualität und Verfügbarkeit gewalthaltiger Inhalte im Kontext neuer Medien ebenso drastisch verändert, wie die Anzahl der Formen von Gewaltkonsum und -ausübung. Handy und Internet – hier insbesondere soziale Netzwerke und Videoportale - eignen sich hervorragend, um eigene oder fremde Inhalte schnell und weitläufig in Umlauf zu bringen.
Überblick
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Präsentation zur Begriffsbestimmung von Gewalt + Arbeitsblätter.
Im Internet kommen Kinder und Jugendliche vor allem mit einer Vielfalt an fiktionalen aber auch realen Gewaltdarstellungen in Berührung. Das Angebot erstreckt sich dabei von Cyber Grooming (sexuelle Belästigung in Chaträumen) über Happy-Slapping bis hin zu Gewaltvideos von extremer Brutalität mit Hinrichtungs- oder Folterszenen.

Ziel des Unterrichtsprojektes ist es, sich mit dem Thema Gewalt auseinanderzusetzen und Motive für den Konsum von Gewalt in digitalen Medien zu erarbeiten und zu analysieren. Anhand der Arbeitsergebnisse entwickeln die Schülerinnen und Schüler Regeln und Handlungsmuster im Umgang mit gewalthaltigen Inhalten in digitalen Medien.

Die Schülerinnen und Schüler:

lernen Definitionen für Gewalt kennen.
entwickeln eigene Definitionen zum Verständnis von Gewalt, indem sie den Begriff inhaltlich eingrenzen.
setzen sich mit Gewalt in digitalen Medien auseinander, indem sie ihr eigenes Medienverhalten und ihren Medienkonsum reflektieren.
diskutieren den Reiz von Gewalt und die möglichen Ursachen für den Konsum gewalthaltiger Inhalte.
erarbeiten Handlungsstrategien im Umgang mit Gewalt in den von ihnen genutzten Online-Diensten.

Umsetzung im Unterricht

Die Umsetzung der Unterrichtsidee erfolgt in drei Phasen. Als Einstieg in das Thema machen sich die Schülerinnen und Schüler mithilfe der Power-Point-Präsentation mit der Komplexität des Begriffs und der Definition von Gewalt vertraut. Aufbauend auf den Einstieg erarbeiten sie eigene Definitionen von Gewalt unter Beachtung der Vielfältigkeit von Gewalt. Anschließend reflektieren sie anhand eines Fragebogens ihren eigenen Medienkonsum und ermitteln, in welchen Medien gewalthaltige Inhalte auftauchen.
In Phase 3 werden in einer Diskussion die Motive für den Konsum von Gewalt analysiert. Mithilfe des „Heißen Stuhl“ werden die Schülerinnen und Schüler mit der Methode einer polarisierenden Problemdiskussion vertraut gemacht. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich dazu in einen Kreis. In der Mitte steht ein Stuhl, auf dem eine Freiwillige/ein Freiwilliger Platz nimmt. Die Schülerin oder der Schüler auf dem „heißen Stuhl“ konfrontiert die Lerngruppe mit provozierenden Aussagen, um eine Diskussion anzuregen.

Ergebnis

Anhand der Diskussionsergebnisse erarbeiten die Schülerinnen und Schüler in Gruppenarbeit Handlungshinweise und Verhaltensregeln, die in einem gemeinsamen Regelkatalog festgehalten werden.

Weiterführende Informationen

JIM-Studie 2009
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (Hrsg.): JIM-Studie 2009. Jugend, Information, (Multi-)Media - Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland. Stuttgart, November 2009
[www.mpfs.de | 09.11.2011 | 14:38]
Gewaltkonsum stumpft ab
An mediale Gewaltdarstellungen gewöhnen sich Heranwachsende genauso wie an schlechtes Wetter oder das TV-Programm von RTL 2.
[www.heise.de | 09.11.2011 | 14:43]