Benjamin heute

Urheberschaft in digitalen Medien

Am Beispiel eines Aufsatzes von Walter Benjamin spielt die Unterrichtsidee didaktisch mit dem Verhältnis von Autor und Publikum. Die Schülerinnen und Schüler beginnen mit einer klassischen Lesung, an die sich eine individuelle Analyse und Rezension von Textauszügen anschließt. Als Verfasser der Rezension erfahren sie die Rolle des Urhebers und publizieren die Ergebnisse online.
In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts beschrieb Walter Benjamin „Flüchtigkeit und Wiederholbarkeit“ als Probleme der modernen Medienwelten. Wer heute in Onlinemedien erfolgreich publizieren will, muss gegen „Flüchtigkeit“ anschreiben, und wer dort schreibt, erwirbt auch hier formale Rechte. Denn das Urheberrecht hat man, sobald eine persönliche Schöpfung – in diesem Fall ein Text - öffentlich wird. Diese Tatsache ist dem Leser und häufig sogar dem Verfasser nicht bekannt.
Überblick
Hier klicken
Die Arbeitsblätter zur Rezension und Interviewleitfaden.
Als Autor reflektieren die Schülerinnen und Schüler die Situation von Urhebern in modernen Medienwelten, indem sie ihre Rezensionen online publizieren.

Die Schülerinnen und Schüler:

lernen Sachverhalte und Textbefunde präziser zu benennen, indem sie einen historischen Aufsatz (in Auszügen) lesen, interpretieren und dort beschriebene Sachverhalte in einem eigenen Text kommentieren.
trainieren die Texterstellung für digitale Medien, indem sie eine Rezension verfassen und dabei die eigenen Normen für Autorenschaften in Onlinemedien reflektieren.
erweitern ihre Kenntnisse zur Urheberschaft, indem sie Fragen zur Veröffentlichung und Verwertung im Zusammenhang mit den eigenen Texten recherchieren und ihren Text publizieren.

Umsetzung im Unterricht

Die Umsetzung der Unterrichtsidee erfolgt in fünf Phasen. In Phase 1 leiten Berichte aus dem Medienalltag der Schülerinnen und Schüler das Thema ein. Im weiteren Verlauf lesen und analysieren sie einen Text von Walter Benjamin, der in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts den Verlust von „Einmaligkeit und Dauer“ sowie die „Flüchtigkeit und Wiederholbarkeit“ in modernen Medienwelten thematisiert. In Phase 3 interpretieren und kommentieren die Schülerinnen und Schüler den Artikel Walter Benjamins schriftlich und gehen mit einer Rezenssion auf die zentralen Thesen ein.
Die vierte Phase wird durch die inszenierung eines Autorengesprächs mit verteilten Rollen geprägt. Einzelne Autorinnen und Autoren lesen ihre Rezensionen in der Gruppe vor. In der letzten Phase stellen die Schülerinnen und Schüler ihre Texte als Rezension online. Sie klären, wie die Verwertungsrechte für ihren Text auf der geplanten Seite geregelt sind.

Ergebnis

Publizierte Onlinerezensionen zum Aufsatz von Walter Benjamin „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“.

Weiterführende Informationen

Buchrezensionen online
Ein Onlineshop mit vielen Rezensionen, die sich für den Vergleich mit dem eigenen Text und den eigenen Ansprüchen gut eignen.
[www.amazon.de | 01.11.2011 | 12:49]
Benjamins Aufsatz interpretiert
Walters Benjamins Aufsatz „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ wird anschaulich interpretiert.
[www.medienstudent.de | 01.11.2011 | 12:49]
Benjamins Aufsatz kommentiert
Walters Benjamins Aufsatz „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ wird mit Blick auf moderne Medienkunst kommentiert.
[www.kunsttexte.de | 01.11.2011 | 12:49]