Ein teurer Spaß

Folgen von Urheberrechtsverletzungen

Urheberrechtsverletzung ist strafbar. Wo die Verletzung des Urheberrechts beginnt, wissen allerdings die Wenigsten. Die Grenze zwischen Legalität und Illegalität ist oft fließend – die Folgen jedoch teuer.
An Schulen werden Musik-CDs, Videos oder Computerspiele in rauhen Mengen verkauft. Aber nicht nur dort, sondern vielmehr ist der heimische PC, seit der Popularität von Filesharing, Umschlagplatz für illegale Kopien. Obwohl die meisten Menschen wissen, dass sie sich beim Kopieren und Herunterladen urheberrechtlich geschützter Werke strafbar machen, schreckt sie dies nicht ab.
Nicht nur Fälscher und Hacker sind Softwarepiraten. Wer Softwarekopien in Umlauf bringt, Computerspiele tauscht, geschützte Musik oder Filme aus dem Netz lädt, verstößt gegen das Urheberrecht.
Die Motive für illegales Kopieren sind zahlreich. Angefangen von ökonomischen Beweggründen – Kopien sind billiger – über ideologische Gründe, nach dem Motto „freie Information für alle“, reichen sie bis zu professionellen Raubkopierern, die damit hohe Umsätze erzielen. Dabei haben die Gelegenheitskopierer der Filesharing-Szene kaum Angst erwischt zu werden, da sie das Netz für einen anonymen Raum halten.
Eine Urheberrechtsverletzung ist keine Bagatelle, sondern kann strafrechtlich von der Polizei und Staatsanwaltschaft verfolgt werden. Wer ein Werk unerlaubt vervielfältigt, verbreitet oder veröffentlicht, kann mit Geldstrafen oder mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden. Bei kommerziellem Vertrieb von illegalen Kopien drohen Strafen bis zu fünf Jahren Haft. Darüber hinaus gilt, dass ein Urheber zivilrechtliche Schadensersatzforderungen geltend machen kann und das kann je nach Menge der Kopien teurer werden als ein Strafverfahren.

Zum Schutz der Urheber

Schutz bietet das Urheberrechtsgesetz. Das Urheberrechtsgesetz gilt als das meist geänderte Gesetz, da es aufgrund der sich ständig wandelnden Technik immer neuen Anforderungen gerecht werden muss. Der Erste und Zweite Korb (Gesetzesänderungen 2003 und 2008) beschäftigten sich vorrangig damit, eine Regelung für die Privatkopie zu finden und trotzdem der Piraterie einen Riegel vorzuschieben.
Da der einzelne Urheber nicht in der Lage ist, den Markt zu überschauen, gibt es die so genannten Verwertungsgesellschaften, die sich den Schutz der Einzelnen zur Aufgabe gemacht haben. Die wohl bekannteste unter ihnen ist wohl die GEMA. Sie tritt immer dann auf, wenn Musik an öffentlichen Plätzen oder Veranstaltungen ohne vorherige Anmeldung gespielt wird.
Angebunden an das Deutsche Patent- und Markenamt gibt es in Deutschland momentan 12 Verwertungsgesellschaften. Unter ihnen ist die VG Wort, VG Bild-Kunst, GVL und andere. Indem Urheber Nutzungs- und Einwilligungsrechte an eine Verwertungsgesellschaft geben, erhalten sie einen finanziellen Ausgleich für die "Privatkopie" und aus den Leermedien- und Geräteabgaben der Industrie.
Das Erstellen, Nutzen und Verkaufen von Raubkopien ist und bleibt illegal. Das gilt auch für die brandaktuellen Hits und Filme, die frisch aus dem Netz gezogen, auf CD und DVD gebrannt, auf dem Schulhof weitergegeben werden.
Urheberrechtsverletzungen sind keine Bagatelle und können sowohl strafrechtlich wie zivilrechtlich verfolgt werden. Das Gesetz sieht Haftstrafen von drei bis fünf Jahren und hohe Geldbußen vor.
Zum Schutz der Urheber gibt es das Urheberrechtsgesetz. Darüber hinaus kontrollieren die Verwertungsgesellschaften den legalen Gebrauch geschützter Werke und vergüten die Urheber aus den Gewinnen, die ihnen aus der Leermittel- und Geräteabgaben der Industrie sowie aus öffentlichen Nutzungspauschalen entstehen.
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Die erfolgreiche strafrechtliche Verfolgung von Softwarepiraterie und die Massenklagen gegen Tauschbörsennutzer sensibilisiert die Öffentlichkeit. Allerdings rücken mit diesen Aktionen auch immer mehr Kinder und Jugendliche ins Visier der Strafverfolgungsbehörden und eine Kriminalisierung wird befürchtet. Um bestehende Unsicherheit aufzulösen ist Aufklärung für alle Seiten gefragt.

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No Copy
Jan Krömer, Evrim Sen: "NO COPY – die Welt der digitalen Raubkopie"
[www.no-copy.org | 28.10.2011 | 11:58]