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Attraktiv und illegal? Alterskennzeichen beachten! Verbotene Früchte schmecken bekanntlich am besten. Bildschirmspiele ohne Jugendfreigabe üben oft gerade auf Jungen eine enorme Anziehungskraft aus. Eltern sollten wissen, was gespielt wird. Hintergrund
Reifeprüfung
Krieg im Kinderzimmer
Schlachtenlärm dringt aus dem Zimmer von Jan (15). An Explosionsdonner und Maschinengewehr-Salven hat sich seine Mutter gewöhnt, doch in letzter Zeit fragt sie sich öfter, ob die Spiele vielleicht der Grund dafür sind, dass Jan so gereizt wirkt. Wenn sie ihren Sohn darauf anspricht, sagt der nur: „Mama, das ist doch bloß ein Spiel!“ „Er wird schon recht haben“ denkt sie sich; mit dem Computerkram kennt sie sich sowieso nicht aus.

Jans Mutter weiß nicht, dass ihr Sohn einen Ego-Shooter spielt, der für sein Alter gar nicht erlaubt ist. Solche - vom Volksmund überspitzt als „Killerspiele“ bezeichneten - Spiele werden vom Gesetz als „entwicklungsbeeinträchtigend“
eingestuft, wenn sie Gewaltdarstellungen enthalten, die Jugendliche wie Jan noch nicht verkraften können.
Wie Jan überschätzen sich viele Jungen, wenn es um mediale Gewalt geht. Sie wollen sich und anderen beweisen, wie cool und erwachsen sie sind. Dabei ist gerade dieses Verhalten das sicherste Zeichen dafür, dass sie es noch nicht sind. Für Eltern ist es nicht leicht, den Überblick über die Masse an Videospielen zu behalten. Das darf jedoch kein Grund sein, die Augen vor solchen Problemen zu verschließen.
Garantiert nicht jugendfrei
In den Medien ist die Darstellung von Gewalt seit jeher ein wichtiges Mittel, um Spannung zu erzeugen. Entscheidend ist dabei, dass die Konsumenten medialer Gewalt über die nötige Reife verfügen, das Gesehene einzuordnen und zu verarbeiten. Bei Jugendlichen ist das gewöhnlich nicht der Fall. Um sie vor Schäden zu bewahren, sieht das Jugendschutzgesetz verschiedene Maßnahmen vor:
Computerspiele, die durch die Wucht ihrer Bilder die Entwicklung Minderjähriger beeinträchtigen könnten, erhalten von der USK das Kennzeichen „keine Jugendfreigabe“.
Spiele, die über keinerlei Alterskennzeichnung verfügen, wurden der USK entweder gar nicht zur Prüfung vorgelegt, so dass eine Jugendgefährdung nicht ausgeschlossen werden kann, oder die USK hat eine Kennzeichnung aufgrund besonders problematischer Inhalte verweigert.
Spiele ohne USK-Kennzeichen können unter bestimmten Voraussetzungen durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert werden, z.B. wenn gewaltbezogene Spielhandlungen so drastisch gestaltet sind, dass sie alles andere an den Rand drängen. Für solche Spiele gelten strenge Werbeverbote und Abgabebeschränkungen.
Spiele, die einer dieser Kategorien zuzuordnen sind, gehören auf keinen Fall ins Kinderzimmer.
Gefahren ernst nehmen
Wohl kein vernünftiger Erwachsener würde seinen Kindern Pornofilme oder harten Alkohol in die Hände geben. Achten Sie daher auch bei Computerspielen darauf,
über welche Altersfreigabe Spiele verfügen, die Sie ihrem Kind kaufen oder
die es von anderen geschenkt kriegt.
Lassen Sie es nicht zu, dass ihre Kinder illegal kopierte Spiele spielen – auch, weil eine Prüfung der Altersfreigabe solcher Spiele nur schwer möglich ist.
Nutzen Sie mögliche Jugendschutzfunktionen, um sicherzustellen, dass ungeeignete Spiele nicht gespielt werden können.
Sprechen Sie mit anderen Eltern, um zu erfahren, wie sie mit dem Problem umgehen.
Trotz aller Vorsicht ist eine totale Abschottung vor problematischen Inhalten kaum möglich. Jugendliche müssen ihre Erfahrungen machen. Schenken Sie dem Spielkonsum Ihrer Kinder daher Aufmerksamkeit. Sprechen Sie mit ihnen über Werte und Handlungsweisen, die in den Spielen transportiert werden.
Weiterführende Informationen
Quellennachweis
[1] Genres der USK
Die Genres der USK. Eine Übersicht.
[ www.usk.de | 29.05.2008 | 09:57 ]
[2] Alterskennzeichen
Die fünf Kennzeichen und was sie bedeuten. Die Alterseinstufungen der USK finden sich auf jeder Spieleverpackung und in der Regel auf jedem Datenträger.
[ www.usk.de | 29.05.2008 | 10:00 ]
Interessante Links
USK
Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle: Als gemeinnützige Organisation betreibt der fjs das Computerspielemuseum und das europaweit größte Softwarearchiv zavatar.de. Er wirkt in der USK mit den Obersten Landesjugendbehörden bei der Alterskennzeichnung für Computerspiele in Deutschland zusammen.
[ www.usk.de | 29.05.2008 | 10:01 ]
Zavatar
Zavatar.de – Datenbank für Unterhaltungssoftware: Das Zavatar.de Online-Meldewesen hat sich zu einem anerkannten Serviceangebot entwickelt.
[ www.zavatar.de | 29.05.2008 | 10:03 ]
BPjM
Die Bundesprüfstelle entscheidet durch das 12er-Gremium, in Fällen offensichtlicher Jugendgefährdung durch das 3er-Gremium. Bei allen Entscheidungen der Gremien sind verschiedene Gruppen unserer pluralistischen Gesellschaft vertreten. Die Zusammensetzung der Spruchgremien der BPjM verbindet Fachkenntnisse und Elemente gesellschaftlicher Repräsentanz.
[ www.bundespruefstelle.de | 29.05.2008 | 10:06 ]
Social Bookmarks – was steckt dahinter?

Was sind Social Bookmarks?
Social Bookmarks sind Internet-Lesezeichen, die in einem Netz (Internet oder Intranet) von registrierten Benutzern gesetzt und mittels eines RSS-Feeds verfolgt werden können. So genannte Social Bookmark-Netzwerke - wie sie Facebook und andere Anbieter bereitstellen - sind für das Sammeln von Links, Nachrichtenmeldungen Podcasts oder Videos konzipiert. Die Lesezeichen lassen sich nach Kennwörtern (Tags), Tag-Kombinationen, Kategorien oder Benutzern auflisten.

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